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IT-Trends – Chancen und Risken
27.10.2009

Herausforderungen für Business- und IT-Entscheider

Als Reaktion auf die Krise werden zuerst anstehende Projekte wenn möglich aufgeschoben, anschließend wird mit Herstellern und Lieferanten verhandelt und weiter konsolidiert, um Lizenz- und Wartungskosten zu sparen. kommt es auch zu Personalentlassungen, so die Ergebnisse der ITTrends-Studie 2009 von Capgemini.

Investitionen in Kundenservice und Markenbindung

Trotz der Krise erhöhen jeweils um die 42 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in Customer Relationsship-Management-, Business-Intelligence- und Portal-Projekte. Zum einen sollen die Maßnahmen den Kundenservice verbessern, die Markenbindung erhöhen und den Fachabteilungen mehr Wissen zur Verfügung stellen. Zum anderen zielen die Projekte darauf ab, den Automatisierungsgrad zu steigern und mehr Self-Services zur Verfügung zu stellen, um auf diese Weise Kosten zu senken. Letzeres gilt vor allem für Portale, den einzigen Bereich für den in diesem Jahr die Unternehmen die Budgets erhöhen. Die Ausgaben für IT-Sicherheit bleiben bei den meisten Unternehmen konstant.

Business Partner versus technischer Innovator

Die Mehrheit der Leader definiert sich heute in erster Linie als Dienstleister des Unternehmens, zuständig für die reibungslose Lieferung von IT und zu einem geringeren Anteil als Business-Partner des Managements, der geschäftliche Anforderungen in technische Lösungen umsetzt. Im Gegensatz dazu füllen viele Follower mit ihren Mitarbeitern die Rolle der technischen Abteilung aus: sie sehen sich als Dienstleister und Treiber von technischen Innovationen, der Effizienzdruck ist deutlich niedriger als bei Leadern. Beide streben in Zukunft gleichermaßen an, als Dienstleister und Business-Partner wahrgenommen zu werden. Leader sind es gewohnt, dass IT unter monetären Gesichtspunkten betrachtet wird und sorgen im Gegensatz zu Followers für Transparenz in Bezug auf Kosten und Qualität und Service Level.

Dialog zwischen Fachabteilung und IT

Der Dialog zwischen Fachabteilung und IT-Abteilung hat sich in den vergangenen 12 Monaten leicht verbessert und die überwiegende Mehrheit der Befragten fühlt sich vom zuständigen Vorstand unterstützt. Immer mehr IT-Abteilungen arbeiten inzwischen mit einem Servicekatalog, sodass die Fachabteilungen verstehen, welche Leistungen sie zu welchem Preis bekommen. Auf diese Weise entwickeln IT- und Fachabteilung mehr Verständnis füreinander. Um die Akzeptanz der Unternehmensführung zu gewinnen sollten Kosten, Qualität und Servicelevel so transparent wie möglich sein. Kennzahlensysteme für die Nachverfolgung dieser Parameter setzen jedoch nur knapp 40 Prozent der Befragten ein.

Budgetkürzungen: möglich oder unmöglich

In Bezug auf Budget gehen Unternehmen mit Followern und Leadern scheinbar völlig unterschiedlich um. Während es 45 Prozent der Leader nicht überraschen würde, aufgrund der Finanzkrise kürzen zu müssen, werden die Budgets von Followern anscheinend seltener angetastet: Nur ein Viertel von ihnen rechnet damit, dass sich die Krise auswirkt. Das liegt daran, dass Follower den Wertbeitrag der IT und ihre Bedeutung für den Erfolg des Unternehmens deutlich höher einschätzen als Leader. Budgetkürzungen würden in ihren Augen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen. Gleichzeitig haben Follower deutlich mehr Freiheiten, was Investitionen und Innovationen angeht.

Industrialisierung

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Industrialisierung stark mit der Rolle des Business Partners verknüpft ist. IT-Leiter die auf dem Weg zum Partner bereits einen Schritt weiter sind, arbeiten intensiv mit externen Dienstleistern zusammen. Sie sehen IT als Mittel, um die Anforderungen der Unternehmensführung und der Fachabteilungen möglichst kostengünstig und effizient umzusetzen, sorgen für Transparenz und pflegen den Dialog mit den Anwendern. Das Budget ist knapp und wird permanent flexibel an die Situation angepasst. Leader hingegen verstehen sich vielmehr als technischer Innovatoren, die mit IT die Grundlage für den Unternehmenserfolg schaffen. Die Größe ihrer Abteilung verleiht ihnen mehr Gewicht im Unternehmen, was auch zu mehr Freiheit im Umgang mit dem Budget führt. Die IT-Strategie bestimmen sie überwiegend selbst und agieren dabei häufiger an den Anforderungen der Fachabteilung vorbei.
Warum Follower nicht industrialisieren, scheint zum einen Einstellungssache zu sein. Sie halten so wenig von Fremdleistungen, dass es keinen Grund gibt, viel Geld für etwas auszugeben, was sie selbst am besten können. Zum anderen stehen Follower anscheinend unter deutlich niedrigerem Kosten- und Effizienzdruck. Unter diesen Voraussetzungen ist ein hoher Eigenleistungsanteil auf den ersten Blick das sicherste Mittel, um Qualität zu liefern. Da Follower nur wenig Erfahrung mit dem Outsourcing haben, kommt es als Alternative aber auch gar nicht in Frage. Das engt natürlich den Handlungsspielraum ein und beschneidet letztendlich die Flexibilität des Unternehmens. Allerdings nehmen manche Unternehmen diese Nachteile gerne in Kauf und sind im Gegenzug möglichst unabhängig von externen Beratern.
Ob und inwieweit Industrialisierung der IT für ein Unternehmen sinnvoll ist, hängt schließlich immer vom Einzelfall ab. Zurzeit haben zwar viele Unternehmen vor, sich in diese Richtung zu entwickeln, tatsächlich steigt die Fertigungstiefe aber seit 2 Jahren und der Trend ist rückläufig. Es bleibt spannend, welche Auswirkungen die wirtschaftliche Situation auf die Industrialisierung haben wird.

Anmerkung: Die Studie IT-Trends 2009 von Capgemini beobachtet
seit Jahren, wie sich die Industrialisierung der IT entwickelt.
Die Erhebung der Daten fand Oktober 2008 statt.

 




 


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